Zusatzqualifikationen

Zusatzqualifikationen für die M+E Ausbildungsberufe

Um sich dem Wandel am Ausbildungsmarkt sowie den immer komplexer werdenden betrieblichen Anforderungen anzupassen zu können, wurden 2018 sogenannte “kodifizierte Zusatzqualifikationen” für alle industriellen Metall- und Elektroberufsbilder eingeführt. BACKPACKER hilft den lippischen M+E Betrieben dabei, die passenden Zusatzqualifikationen für das jeweilige Unternehmen und die Auszubildenden zu finden, die Umsetzung zu gestalten und Erfolge nachhaltig für die Region sichtbar zu machen. Schauen Sie sich unser Erklärvideo an und nehmen Sie Zusatzqualifikationen mit in Ihr BACKPACK!


Zwei Zielgruppen – Ein gemeinsamer Nutzen

Zusatzqualifikationen (kurz ZQ) sind Ausbildungsinhalte, die über den zu vermittelnden Rahmeninhalt eines Ausbildungsberufs hinausgehen. Die Durchführung einer Zusatzqualifikation lässt sich sehr gut an betriebliche Anforderungen anpassen und fördert ein tiefgreifendes Verständnis für betriebsinterne Prozesse. Gedacht sind Zusatzqualifikationen zur Vermittlung von betrieblichen Qualifizierungsbedarfen. Ein solcher Qualifizierungsbedarf entsteht beispielsweise durch die Einführung neuer Fertigungstechnologien. Eine weitere große Rolle spielt der immer größer werdende Bedarf an digitalen Kenntnissen in vielen Unternehmensbereichen. Zusätzlich verschwinden mehr und mehr die harten Abgrenzungen zwischen einzelnen Ausbildungsberufen. Zusatzqualifikationen bieten Ausbildungsbetrieben die Möglichkeit, sich diesen Herausforderungen strukturiert anzupassen. Auszubildenden bieten Zusatzqualifikationen die Chance, ihre Kernqualifikationen um besonders gefragte Kenntnisse zu erweitern. 


Die Zusatzqualifikationen im Überblick


Additive Fertigungsverfahren

Additive Fertigungsverfahren sind schon seit einiger Zeit im Prototypenbau bekannt. Neu ist, dass sich inzwischen immer mehr Anwendungsfälle in der Serienproduktion ergeben. Innerhalb der „Industrie 4.0“ nimmt die additive Fertigung daher eine Schlüsselposition ein. Serienteile können schnell angepasst werden, Lagerkosten werden vermieden und Lieferzeiten fallen weg. Mit der Zusatzqualifikation „Additive Fertigungsverfahren“ weisen Auszubildende nach, dass sie in der Lage sind Bauteile Fertigungsgerecht zu konstruieren, zum Anwendungszweck passende Verfahren auswählen und Prozessparameter einstellen sowie optimieren können.


IT-gestützte Anlagenänderung

Unter IT-gestützter Anlagenänderung versteht man das Pla­nen und Umsetzen von Änderungen an Anlagen unter Benutzung von CAD-Programmen. Im Rahmen der Zusatzqualifikation „IT-gestützte Anlagen­änderung“ werden Fertigungsverfahren zum Herstellen von z.B. Anlagenteilen oder Blechkonstruk­tionen ausgewählt und angewendet. Es müssen dazu 3D-Datensätze erstellt und übertragen werden sowie Prozessparameter für die Herstellung angepasst oder optimiert werden. Weitere Aufgaben sind die Überwachung der Fertigungsprozesse sowie die Dokumentation von Maßnahmen zur Qualitätssicherung in digitalen Prüfproto­kollen.


Prozessintegration

Prozessintegration bedeutet neue, beziehungsweise ergänzende Elemente in die Steuerung von Maschinen, Anlagen und komplexen Systemen einzubringen. Mit der „Zusatzqualifikation Prozessintegration“ werden Kenntnisse vermittelt, die bei der Erweiterung oder der Optimierung dieser Systeme erforderlich sind. Auszubildende lernen, welche Bestimmungen zu beachten sind und wie interdisziplinäre Teams zu koordinieren sind. Weitere wichtige Bausteine sind die Simulation von Prozessabläufen sowie die Dokumentation der Ergebnisse und die Qualitätssicherung der Maßnahmen.


Systemintegration

Systemintegration bedeutet, neue und verbesserte Komponenten in ein bestehendes System zu integrieren. Einfach gesagt, wird etwas mit einer zusätzlichen Funktion verbessert. Diese zusätzlichen Komponenten können der Automatisierung dienen, die Produktqualität verbessern oder auch neue Daten liefern. Wichtig ist dabei, dass die neue Komponente möglichst nahtlos mechanisch, elektronisch und informationstechnisch integriert wird. Durch die „Zusatzqualifikation Systemintegration“ erlernen Auszubildende Verbesserungspotential in bestehenden Systemen zu erkennen, die Inbetriebnahme von Hard- und Softwarekomponenten sowie die Konfiguration und Prozessoptimierung der geänderten Komponenten.   



Digitale Vernetzung

Die digitale Vernetzung ist eines der Kernthemen von In­dustrie 4.0. Maschinen und Anlagen können durch die An­bindung an ein Netzwerk gesteuert werden oder teilweise autonom agieren. So können z. B. Motoren durch die Vernet­zung mit Sensoren und einer Analysesoftware effizienter ge­wartet werden. Die Herausforderung bei der digitalen Vernetzung ist die Unternehmens spezifische Umsetzung. Die IT-Infrastruktur und Netzwerke der Unternehmen sind sehr individuell, weshalb die Vernetzung von Objekten und Anlagen jeweils spezifisch in Bezug auf die unternehmensinternen IT-Anforderungen abgestimmt werden müssen. Diese Digitale Vernetzung umzusetzen, ist Inhalt der „Zusatzqualifikation Digitale Vernetzung“


IT-Sicherheit

Das Thema IT-Sicherheit ist für jeden Nutzer und jede Nut­zerin von IT-Systemen ständig präsent. Die Frage nach einer möglichst großen Datensicherheit stellt sich immer dringlicher. Durch die “Zusatzqualifikation IT-Sicherheit“ sollen Auszubildende der Elektroberufe lernen wie Firewalls betrieben und konfiguriert werden, wie sichere Verbindungen zwischen Netzwerken gestaltet werden und der Zugriff von innen und außen auf einen Netzwerkverbund gewährleistet wird.


Programmierung

Die Chancen von Industrie 4.0 liegen allem in der Vernetzung. Vieles spielt sich mittler­weile zwischen den Maschinen ab. Deshalb nimmt die Be­deutung des Programmierens in Hochsprachen auch für Facharbeiter:innen der Elektroberufe zu. Dieser Entwick­lung soll die „Zusatzqualifikation Programmierung“ gerecht werden. Den Auszubildenden wird die Möglichkeit gegeben, erste Erfahrungen in der Programmierung von Hochspra­chen zu entwickeln und diese Kenntnisse für einen Betrieblichen Zweck einzusetzen.